konservativ, liberal oder sozial?

Die Wirkungen von Saturn/Neptun und Jupiter/Uranus

Von Angela Merkel ist der Ausspruch überliefert: "Mal bin ich (im Handeln) konservativ, mal liberal und mal sozial". Das könnte die Charakterisierung einer souveränen Persönlichkeit sein, die ihre Entscheidungen, den Umständen entsprechend, flexibel anpaßt. Es könnte aber auch nur die kommunikative Tarnung für eine standpunktlose Beliebigkeit sein. Bei der Bundeskanzlerin ist das letztere anzunehmen.

Die Begriffe konservativ, liberal und sozial bestimmen allerdings die politischen Debatten. Sie dienen auch dazu, die Parteien einzuordnen. So galten in der alten Bonner Bundesrepublik die CDU/CSU als konservativ, die FDP als liberal und die SPD als sozial. Andere Parteien gab es nicht. Mag diese Charakterisierung auch etwas holzschnittartig anmuten, sie traf damals doch einen politischen Kern, der durchaus wahrnehmbar war.

Inzwischen haben sich in der Berliner Republik die Zeiten geändert: Der SPD wird vorgeworfen, daß sie sich unter Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 und dem Hartz IV-Regime entsozialdemokratisiert hat. Konsequenterweise hat sie Konkurrenz bekommen durch die Partei Die Linke, die für sich jetzt in Anspruch nimmt, die soziale Gerechtigkeit zu vertreten. Die Grünen, die das Thema Umweltschutz in die Politik einführten, haben die Agenda-Politik von Gerhard Schröder mitgetragen und stehen heute (gerade außenpolitisch) der CDU sehr nahe. Der CDU wird vorgehalten, daß sie sich unter Angela Merkel sozialdemokratisiert hat, was vor allem von konservativen Politikern und Medien behauptet wird. Richtig scheint mir dagegen zu sein, daß sich die CDU – ganz ähnlich wie die SPD – weitgehend dem Zeitgeist des Neoliberalismus angepaßt und dabei ihre konservative Identität Stück für Stück aufgegeben hat. Als Protestpartei hat sich folgerichtig rechts von der CDU die Alternative für Deutschland etabliert. Die FDP ist ganz aus den Parlamenten verschwunden, weil sie offenbar nicht mehr gebraucht wird.

Die Positionen konservativ, liberal und sozial scheinen also wichtig zu sein und können nicht so einfach aus dem politischen Spektrum verschwinden. Wenn die großen Volksparteien SPD und CDU/CSU das Soziale und das Konservative aufgeben, bilden sich neue Parteien, die diese Lücke zu besetzen suchen. Das ist für mich Grund genug, einmal danach zu fragen, wie sich konservativ, liberal und sozial astrologisch erklären lassen.

Jedes Gemeinwesen braucht eine stabile Ordnung, die den Zusammenhalt der Menschen garantiert. Die Stabilität wird durch das Saturn-Prinzip und der Zusammenhalt durch das Neptun-Prinzip garantiert. Saturn und Neptun (bzw. die entsprechenden Energien nach dem Astrologischen Alphabet)  bilden immer das Fundament einer staatlichen Ordnung. Damit ist allerdings noch nicht festgelegt, auf welche Werte sich die jeweilige Ordnung stützt. Werte werden durch die Skopion-Energie befestigt und diese können für die einzelnen Gesellschaften durchaus sehr unterschiedlich sein.

Wenn wir heute von konservativen Gesellschaften sprechen, dann meinen wir (zumindest im europäischen Kontext) Verhältnisse, die durch den Dreiklang Familie, Nation und (christliche) Religion geprägt sind. Typisch konservative Länder der Vergangenheit waren z.B. Polen, Spanien und Irland. Die Verhältnisse, auch in den anderen europäischen Ländern, dürfen dabei nicht idealisiert werden. Die Familien lebten oft in großer Armut und in Abhängigkeit von Fürsten und Adel, die Frauen starben häufig bei der Geburt ihrer Kinder, die Kinder hatten wenig Entfaltungsspielräume und wurden von den Eltern in die Ehe vermittelt, Bildung und Gesundheitswesen waren unentwickelt, und was die Nationen anbetrifft - sie führten ständig Kriege untereinander, und gerade die Religion diente mit ihrem Brauchtum eigentlich mehr der transzendenten Überhöhung und Rechtfertigung der (meist schwierigen und ungerechten) Lebensverhältnisse und war weniger der Ort persönlicher spiritueller Glaubenserfahrung.

Diese Verhältnisse werden gern "familistisch" genannt, weil die (meist bäuerliche oder im Handwerk tätige) Familie praktisch für das gesamte Leben zuständig war: für Wirtschaft, Freizeit und soziale Geborgenheit sowie für die Ausbildung der Kinder. Lediglich Politik und Religion überstiegen den Raum von Familie und Nachbarschaft, wobei von den Familien, vertreten durch das männliche Oberhaupt, bedingungslose Unterordnung unter die jeweilige politische und religiöse Obrigkeit verlangt wurde.

Das waren also die mittelalterlichen Verhältnisse, die aber – trotz tiefgreifender Veränderungen in Religion und Politik (siehe Reformation und Französische Revolution) – bis ins 19. Jahrhundert weitgehend bestimmend blieben. Erst mit der Industriellen Revolution war die Chance für eine durchgreifende Veränderung bei der Bevölkerung gekommen, und sie wurde von vielen Menschen geradezu als Befreiung aus traditioneller Enge begriffen.

Die astrologischen Energien, die hier am Werk waren, sind nicht schwer zu erkennen: Es war Uranus, die Energie der Erregung und Freiheit in Verbindung mit Jupiter, der die unternehmerische Riskobereitschaft vertritt. Das freie Unternehmertum machte sich also auf – unterstützt durch entsprechende uranisch/jungfrauhafte Erfindungen – die traditionellen Verhältnisse umzukrempeln. Die politische und religiöse Obrigkeit mußte dem Druck der Entwicklung Rechnung tragen. So wurde z.B. die Leibeigenschaft der Bauern (gegen den Adel) aufgehoben und die Gewerbefreiheit (gegen die Zünfte) eingeführt. Die Verstädterung nahm zu, denn es galt nicht zu Unrecht das Wort: "Stadtluft macht frei!" Die Städte wurden damit der Ort, wo die neue Zeit sich ihre Strukturen schuf.

Wir sehen hier also, wie die konservative Ordnung durch eine liberale Revolution in Frage gestellt wurde und sich allmählich änderte. Diese neue (Un)ordnung, die zunächst von vielen Menschen als Befreiung erlebt wurde (z.B. konnten jetzt nicht erbberechtigte Söhne in der Industrie Arbeit finden und eigene Familien gründen), zeigte allerdings sehr bald ihre sozialen Schattenseiten. Die Energien von Jupiter und Uranus wurden nun nicht mehr durch die einer paternalistischen Familienstruktur verhafteten Energien von Saturn und Neptun gebremst, sondern konnten sich mehr und mehr ungehemmt entfalten. Und sie zeigten naturgemäß als spontane Energien keineswegs die Bereitschaft, sich selbst Grenzen zu setzen. Jupiter ist ja nicht die Energie der Gerechtigkeit (wie immer noch von Astrologen gelehrt wird), sondern in Verbindung mit Uranus die Energie einer rücksichtslosen Dynamik. Und mit ungeheurer Rücksichtslosigkeit brach jetzt die neue Zeit in die alten gesellschaftlichen Strukturen ein.

Es wurde z.B. eine Arbeitsantreiberei in Gang gesetzt, wie es sie so noch nicht gegeben hatte. Tägliche Arbeitszeiten von 14 bis 18 Stunden waren die Regel. 6 Tage in der Woche wurde gearbeitet, nur der Sonntag blieb frei. Urlaub gab es nicht. Auf Kinder und Frauen wurde keine Rücksicht genommen, bei letzteren nicht einmal bei Schwangerschaften. Es wurde Tag und Nacht gearbeitet. Oft wurden die Kinder in den Kohlengruben nicht einmal ans Tageslicht gebracht, sondern blieben unter Tage, um die Transportkosten zu sparen. Die Löhne waren Hungerlöhne und orientierten sich am Existenzminimum. Anfangs wurden sie sogar in Naturalien ausgezahlt (Truck-System), wobei die Arbeiter die vom Unternehmer aufgezwungenen Waren mit Verlust gegen Geld umtauschen mußten. Unfallschutz, Krankenversicherung und Versorgung im Alter gab es noch nicht. Dafür waren nach wie vor die Familien zuständig. Die Unternehmer hatten alle Rechte und durften in ihrer Rücksichtslosigkeit gegen protestierende Arbeiter sogar Polizei und Militär einsetzen (Weberaufstand 1944).

Die Bevölkerung war im Liberalismus vom Regen in die Traufe gekommen, bzw. sie erlebte, wie der Teufel mit Beelzebub vertauscht wurde. Aus der Unfreiheit der bäuerlichen feudalistischen Verhältnisse war sie – allerdings im Namen der Freiheit – in die Unfreiheit der kapitalistischen Industriegesellschaft gelangt. Natürlich gab es Gewinner der neuen Verhältnisse, das waren die Fabrikanten. Auf ihrer Seite konzentrierte sich der Reichtum. Auf der anderen Seite standen die Proletarier, die Kinderreichen (proles lat. Nachkomme), wie man sie jetzt nannte. Sie wurden durch eine Reservearmee von Arbeitslosen gezwungen, ihre Arbeitskraft zum Spottpreis zu verkaufen. Auf sie wartete allein die Verelendung. Während die Fabrikanten sich mit der Obrigkeit und ihrem Machtapparat verbündeten, war es den Proletariern nicht erlaubt, sich in Gewerkschaften zu organisieren. 

Diese untragbare Situation wurde von den Nutznießern natürlich ideologisch verteidigt. Man behauptete, daß die Arbeiter sich ihren Arbeitsplatz selbst auswählen könnten, weil sie Vertragsfreiheit hätten. Wer unzufrieden sei, hätte die freie Wahl, daran etwas zu ändern. Im übrigen sei der Wettbewerb für alle das beste, weil er die Leistungsfähigkeit erhöhe und damit auch das Streben nach eigenem beruflichen Aufstieg. Man war blind für das Elend der Arbeiter. Als das erste Gesetz zum Schutz der Jugend 1839 vom preußischen König erlassen wurde, war der Anlaß dafür nicht das Mitleid mit den ausgebeuteten Jugendlichen sondern die Erfahrung der Militärs, daß die Rekruten durch die Arbeitsverhältnisse zum Wehrdienst nicht mehr tauglich waren.

In dieser Situation wurde der Ruf nach sozialen Verbesserungen immer lauter. Es gründeten sich Arbeiterbildungsvereine, die Vorläufer der späteren Gewerkschaften, und in Deutschland schließlich auch eine Arbeiterpartei, die SPD. Die notwendige Kritik an der erfolgten liberalen Revolution rief eine soziale Gegenbewegung auf den Plan. Astrologisch gesprochen wurde nach einer Ordnung (Saturn) gesucht, um den Zusammenhalt der Gesellschaft (Neptun) neu zu begründen. Man könnte mit Hegel formulieren: Nach der These (konservative Tradition) kam die Antithese (liberale Revolution) und daraufhin die Synthese (neue soziale Ordnung).

Das ganze 19. und fast das ganze 20. Jahrhundert wurde um diese neue Ordnung gestritten und gekämpft. Und das in zweierlei Hinsicht: Es waren nicht nur die Gewerkschaften und die Arbeiterparteien, von denen es nach dem 1. Weltkrieg dann zwei gab, SPD und KPD, sondern auch die konservativen Kräfte, die ihre Werte wieder aufrichten wollten. Ihnen ging es wie gesagt um Familie, Nation und Religion. Aber sie vertraten vor allem die privilegierten bürgerlichen Kreise, und sie vernachlässigten deshalb das Problem der sozialen Gerechtigkeit. An den ausbeuterischen Wirtschaftsstrukturen wollten sie (übrigens ganz ähnlich wie heute die Partei Alternative für Deutschland) nichts Grundsätzliches ändern. Selbst die Sozialgesetzgebung von Bismarck diente vor allem dem Ziel, die Arbeiterbewegung zu schwächen, und bezeichnenderweise hat Bismarck mit dem Sozialistengesetz versucht, die SPD als politische Kraft auszuschalten.

In dem Widerspruch gefangen, einerseits die Familie bewahren und andererseits die Wirtschaftsstrukturen nicht ändern zu wollen, die die Familie belasten und zerstören, wurde von den Konservativen die Nation ideologisch aufgewertet und zugleich religiös überhöht. "Mit Gott für König und Vaterland" hieß die Parole, als der mörderische wirtschaftliche Wettbewerb als letzte Konsequenz in einen imperialistischen Krieg steuerte. Der 1. Weltkrieg und in seiner Fortsetzung der 2. Weltkrieg waren die beiden Urkatastrophen, die das kapitalistische System in Kooperation mit den konservativen Kräften erzeugte. Sie gaben nach den unvorstellbaren Opfern der beiden Kriege endlich den sozialen Reformbestrebungen die entscheidende Chance zu einer Veränderung des politischen und wirtschaftlichen Systems.

Es wurde nicht nur in Deutschland sondern in der gesamten kapitalistischen Welt (Franklin D. Roosevelts New Deal, Währungssystem von Bretton Woods) vor allem unter dem Einfluß des Ökonomen John Maynard Keynes, aber auch unter dem Einfluß der katholischen Soziallehre die sogenannte Soziale Marktwirtschaft installiert, gewissermaßen ein Kapitalismus mit menschlichem Antlitz. Ungewollt Pate gestanden für diesen politischen und wirtschaftlichen Gesinnungswandel der westlichen Staaten haben die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten, weil sie den Kapitalismus grundsätzlich nicht für reformfähig erklärt hatten.

Warum habe ich diese Entwicklung so ausführlich beschrieben? Weil sich die neu gefundene soziale Ordnung nur bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gehalten hat. Mit der Aufkündigung der Vereinbarungen von Bretton Woods 1974 begann der Siegeszug des Neoliberalismus. Wir können heute fassungslos zusehen, wie im Zuge der Globalisierung praktisch dieselben Fehler gemacht werden, wie sie vor 200 Jahren zur Zeit der Frühindustrialisierung begangen wurden. Es gibt geradezu ein Déjà vu-Erlebnis. Jupiter und Uranus haben erneut zum Angriff geblasen und mit ihrem alten verlogenen Freiheitsversprechen werfen sie die Ordnung eines (einigermaßen) sozialen Kapitalismus über den Haufen.

Das besondere der jetzigen Situation ist, daß nicht soziale und demokratische Strukturen in Europa neu erfunden werden müssen, sondern bereits vorhandene und erprobte entwertet bzw. aufgelöst werden. Dazu gehören auf Seiten der Gewerkschaften etwa der Bedeutungsverlust des Flächentarifvertrags und auf Seiten der Politik die Entwertung des Parlaments durch Lobbyisten und technokratische Entscheidungsstrukturen (siehe die Verhandlungen zu TTIP). Dazu gehört auch die Entwertung demokratischer Wahlen durch gekaufte Parteien und gleichgeschaltete Medien. Bezeichnenderweise hat der Präsident der EZB Mario Draghi erklärt: "Der Sozialstaat ist ein Auslaufmodell!" 

Aber ganz grundsätzlich ist in die Gesellschaft ein Geist des rücksichtslosen Wettbewerbs (Jupiter mit Uranus) eingebrochen, der sich bis zur Ideologie eines Wettbewerbs der Nationen gesteigert hat. In grenzenloser wirtschaftspolitischer Dummheit ist man vor allem in Deutschland nicht bereit einzusehen (und das wäre eine soziale, also neptunische Einsicht), daß im Wirtschaftskreislauf der Nachfrage der Arbeitnehmer und des Staates (also den Löhnen, Sozialleistungen und Infrastruktur-Maßnahmen) dieselbe Bedeutung zukommen muß wie dem privaten unternehmerischen Gewinn. So wie im 19. Jahrhundert auf nationaler Ebene ständig Krisen der Überproduktion bzw. des Nachfrage-Ausfalls stattfanden, werden jetzt international (vor allem von Deutschland) Leistungsbilanzüberschüsse gegen Verschuldung von Staaten aufgebaut in der trügerischen Erwartung, daß die dazugehörigen Krisen ausbleiben.

Zur wirtschaftlichen Unvernunft gehört gleichermaßen die Verdorbenheit der politischen Klasse. Fast jede Woche werden von investigativen Journalisten Fälle von Korruption und Steuerbetrug aufgedeckt. Politiker halten als Abgeordnete gut bezahlte Reden vor Wirtschaftsvertretern, und wenn sie aus ihrem Amt ausscheiden, finden sie unmittelbar danach hochdotierte Posten in derselben Wirtschaftsbrache, die sie zuvor mit ihren Entscheidungen begünstigt haben. Die Verquickung von Wirtschaft und Politik geht inzwischen so weit, daß in bestimmten Wirtschaftsbereichen (z.B. Banken und Versicherungen) sich die Betroffenen über internationale Rechtsanwaltskanzleien ihre Gesetze selber schreiben. 

Die einst im Kampf gegen den kapitalistischen Liberalismus entstandene SPD hat sich dem Geist des Neoliberalismus fast vollständig unterworfen. Sie hat daraufhin die Hälfte ihrer Mitglieder und die Hälfte ihrer Wähler verloren und kann in vielen Teilen Deutschlands nicht mehr als Volkspartei bezeichnet werden. Die nach dem 2. Weltkrieg gegründete christliche Union, die andere Volkspartei, die sich stolz als Erfinderin der Sozialen Marktwirtschaft sieht, ist unter Angela Merkel eine Partei der sozialen Beliebigkeit geworden. Sie vertritt wirtschaftlich das Prinzip "sozial ist, was Arbeit schafft", ohne nach der gerechten Bezahlung zu fragen, und nimmt damit z.B. über eine Million Niedriglöhner als Hartz IV-Aufstocker in Kauf. Politisch wird eine "marktkonforme Demokratie" angestrebt und nicht etwa eine für die Demokratie konforme Marktwirtschaft. Ludwig Erhard müßte sich im Grabe umdrehen.

Die Partei Die Linke wird mit allen Mitteln ausgegrenzt, gerade auch in den wichtigen Medien (die alle den Neoliberalismus verteidigen), weil sie als einzige Partei die Systemfrage stellt. Sie ist heute ungefähr in der Position der SPD vor dem 1. Weltkrieg. Und nun kommt rechts von der CDU/CSU die Alternative für Deutschland hinzu, die in typisch konservativer Manier für die Familie und gegen Homo- bzw. Lesben-Ehen eintritt, die in ebenfalls typisch konservativer Art die Nation gegen Flüchtlinge und Migranten verteidigt, aber gleichzeitig einen gnadenlosen Wettbewerb predigt ("Deutschland braucht den Euro nicht") und damit den Neoliberalismus auf die Spitze treibt. Wenn wir das alles nicht schon einmal ähnlich erlebt hätten!

Es fehlt nur noch eine handfeste außenpolitische Konfrontation, um die Erinnerung an die Kriegsstituation von 1914 wachzurufen. Aber die haben wir uns nun inzwischen in Europa mit dem Ukraine-Konflikt und dem allgemeinen Putin-Bashing auch geschaffen. Als Astrologe kann einem Himmelangst werden, weil die augenblickliche Uranus-Pluto-Quadratur genau diese rücksichtslose (Uranus) Aggressivität (Widder) gegen bestehende Strukturen (Pluto in Steinbock) symbolisiert, die wir z.B. in der Ukraine (durchaus auf beiden Seiten) aber auch im Irak und in Syrien (Islamischer Staat) erleben. Und diese Quadratur wird erst im März 2015 auf ihrem Höhepunkt angekommen sein!

Die gesamte Welt ist in den letzten 40 Jahren neoliberal (Jupiter mit Uranus) völlig durcheinander gebracht worden. Seit 2012 kam durch die Kardinale Klimax (Uranus im Widder mit Quadrat zu Pluto im Steinbock) eine extrem rebellische bzw. unterdrückende Komponente hinzu, kurz: eine allgemeine Gewaltbereitschaft. Unter welchen Umständen eine neue soziale Ordnung (Saturn mit Neptun) weltweit etabliert werden kann, ist überhaupt nicht mehr zu sehen. Wir können nur hoffen, daß der Weg dorthin nicht durch eine ähnliche Hölle führt, die die westliche Welt auf ihrem Weg zur Sozialen Marktwirtschaft im 20. Jahrhundert durchschritten hat.

Zur Beobachtung der Tagespolitik empfehle ich die Lektüre der Nachdenkseiten.

Als aktuelle Information zu wirtschaftspolitischen Fragen empfehle ich die Internetseite des ehemaligen Chefvolkswirts der UNCTAD Heiner Flaßbeck.

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Rolf Freitag, Schule für Psychologische Astrologie in Heiligenhaus, 2014

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