Das Horoskop von Israel

Ein Staat im permanenten Ausnahmezustand

14. Mai 1948 um 16.00 Uhr in Tel Aviv

israel

Der sensitive Punkt Priapus (der Gegenpol zu Lilith und nach meiner Astrologie eine Verbindung der Energien von Mond, Neptun und Pluto) befindet sich (nach der Ephemeride von Koch/Rindgen) auf 21°36r im Löwen in Opposition zur Lilith auf 23°13 im Wassermann, mit Sextil zum Aszendenten und im Quadrat zur Sonne.

Mitten im 12. Haus und in der Waage steht Neptun, der ein Anderthalbquadrat zu Lilith und eine Anderthalbquadrat zur Sonne bildet und durch ein Trigon mit Merkur und Ceres (Stier-Energie) auf 8°41 in den Zwillingen und im 8. Haus verbunden ist. Wir erkennen hier sehr deutlich die Grundbefindlichkeit des Staates Israel, der in seiner Politik (Waage) von großen Ängsten (Priapus Opposition Lilith) um seine Sicherheit (Ceres) bestimmt wird.

Diese Ängste haben durchaus eine realistische Grundlage in der Vergangenheit, wie die Judenverfolgungen in Europa im Mittelalter und vor allem der unfaßbare Holocaust (in der jüdischen Terminologie die "shoa") in der Neuzeit beweisen, in dem Millionen von Juden von den Nazis systematisch umgebracht worden sind.

Hinzu kommt das Gründungstrauma des Staates Israel, der von der UNO und den Alliierten nach dem 2. Weltkrieg den Arabern aufgezwungen wurde, offensichtlich um eine Mitschuld vieler europäischer Länder an der Judenvernichtung wieder gutzumachen und auch um ein altes Versprechen einzulösen (Balfur-Deklaration der Briten von 1917). Die arabischen Länder haben diesen Staat aber von Anfang an abgelehnt und ihn sofort mit Krieg überzogen.

Es ist also verständlich, daß die Grundangst Israels, was seine Existenz anbelangt, die Gestalt einer Panik (Priapus Opposition Lilith) angenommen hat.

Das Horoskop des Staates Israel zeigt nun sehr starke aggressive Stellungen, die offensichtlich die Angst des Priapus im Löwen und die friedfertige Kommunikation der Konstellation Neptun Trigon Merkur überlagern. Sie werden alle durch die Wassermann-Energie (Uranus, 11. Haus, Lilith) bestimmt.

Die Sonne steht im Stier und 8. Haus in Opposition zu Chiron (Jungfrau-Energie) Spitze 2 und im Quadrat zu Lilith Spitze 5. Hinzu kommt die Stellung des aufsteigenden Mondknotens mitten im Stier im Quadrat zu Saturn und Pluto im Löwen Spitze 11. Der Wille Israels (Sonne, Mondknoten) richtet sich also leidenschaftlich (Lilith) auf Besitz und Sicherheit (Stier) und wird in eigenwilliger und rechthaberischer Weise (Chiron Quadrat Lilith) begründet.

Die Rechtfertigung aggressivster Besitzansprüche (z.B. der religiösen Siedler-Bewegung) lautet schlicht so: Gott selbst hat den Israeliten das Land Palästina ein für allemal gegeben und die Juden haben deshalb das Recht, auch nach 1800 Jahren Abwesenheit Palästina (in biblischem Umfang) wieder in Besitz zu nehmen. Dabei wird in völliger Verkennung der Realität oft noch behauptet, daß das "Volk ohne Land" (die Juden) in ein "Land ohne Volk" (Palästina) eingewandert ist.

Das andere Argument (der liberaleren Juden), mit dem z.B. der Krieg im Libanon begründet wurde, läßt sich folgendermaßen formulieren: Israel habe ein Recht auf einen eigenen Staat und deshalb auch ein Recht auf Selbstverteidigung. Dieses Argument ist aus israelischer Sicht nicht ganz unverständlich, es ist aber in dieser Schlichtheit ebenfalls nicht zutreffend.

Schon die Besiedelung zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdrängte die einheimische arabische Bevölkerung und gilt in ihren Augen als Kolonisation ihres Landes. Die Staatsgründung 1948 gegen den Willen der Nachbarvölker bezeugte vor allem den Bankrott der britischen Mandatspolitik und das schlechte Gewissen des Westens gegenüber den Juden. Eine politisch gut vorbereitete Entscheidung war sie keineswegs. Auch in den anschließenden Kriegen verteidigte Israel nicht nur das ihm von der UNO zugewiesene Staatsgebiet, sondern annektierte jedes Mal weiteres Land und vertrieb darüber hinaus die dort lebenden Palästinenser.

Seit dem gewonnenen 6-Tage-Krieg von 1967 ist Israel Besatzungsmacht im Westjordanland und kontrollierte bis 2005 auch den Gazastreifen. In den verflossenen 40 Jahren wurden im Westjordanland (der sogenannten Westbank) etwa 250.000 Siedler angesiedelt, gegen den Protest der Vereinten Nationen, aber unter dem Schutz der USA, die Israels wichtigster und treuester Verbündeter ist. (Die 8.000 Siedler des Gazastreifens wurden im September 2005 abgezogen.)

Die Siedlungen wurden durch Straßen mit dem israelischen Kernland verbunden, die aber die Palästinenser nicht benutzen dürfen. Sie werden von ihnen deshalb "Straßen der Apartheid" genannt. Als Schutz gegen den terroristischen Widerstand der Selbstmordattentäter aus den Autonomiegebieten errichtet Israel zur Zeit eine Mauer, gegen jedes Recht überwiegend auf palästinensischem Gebiet. Durch Hunderte von check-points versucht Israel den Transitverkehr durch das Gebiet der Westbank und des Gazastreifens zu kontrollieren, behindert aber auf Schritt und Tritt das tägliche Leben und drangsaliert damit die Araber. Es ist deshalb nicht ganz unverständlich, wenn die Palästinenser von "Staatsterrorismus" sprechen.

In diesen politischen Maßnahmen zeigt sich die Lebenslüge des Staates Israel, der sich immer nur als Opfer darzustellen sucht. Israel war von Anfang an auch ein Täter-Staat, der die Palästinenser systematisch verdrängt hat und offensichtlich kein Interesse daran zeigt, daß auf dem Gebiet des biblischen Palästinas zwei souveräne Staaten gegründet werden.

Es ist deshalb eine völlig unsachliche Position, wenn Israel empört auf die Selbstmord-Attentäter zeigt und gleichzeitig vergißt, wieviel Anteil die israelische Politik der Vergangenheit selbst an dem verzweifelten Widerstand der Palästinenser hat. Israel züchtet sich seine Feinde durch Ungerechtigkeit und verlangt von diesen Feinden anschließend Frieden. Wenn Israel fordert, seine Existenz müsse anerkannt werden, dann wäre erst einmal die Frage erlaubt, warum denn Israel sich bisher weigert, seine endgültigen Grenzen zu definieren. Wie können die Palästinenser einen Staat anerkennen, der ständig versucht, auf ihre Kosten zu expandieren?

Im Horoskop verweist die Konstellation von Saturn Konjunktion Pluto im Löwen Spitze 11 (Wassermann-Energie) auf die Möglichkeit autoritärer Unterdrückung, die zwangshafte Züge annehmen kann, verbunden mit Arroganz und Verachtung der Schwächeren. Die Opposition Jupiter-Uranus muß in diesem Zusammenhang als rücksichtslose (Uranus) territoriale Ausdehnung (Jupiter) interpretiert werden, wobei bemerkenswert ist, daß der Uranus sowohl zur Sonne als auch zum MC ein Halbsextil bildet, was die aggressive Zielstrebigkeit (Uranus Aspekt zum MC) für Landnahme (Sonne im Stier) noch einmal unterstreicht.

Eine dramatische Zuspitzung bekommen diese Horoskopstellungen durch die Position des Mars im Haus 11 als trigonalen Punkt zur Oppositionsachse Jupiter-Uranus. An einem trigonalen Punkt entlädt sich gewissermaßen die Energie der zugehörigen Opposition.

Ganz ähnlich wirkt das Große Trigon zwischen Uranus, Lilith und dem Aszendenten. Ein Großes Trigon gibt dem Handeln eine unerschütterliche Selbstverständlichkeit. Für die Politik des Staates Israel bedeuten diese Stellungen, daß er sich in seinem rücksichtslosen (Uranus, Lilith) militärischen (Mars, AC) Handeln gegenüber den Palästinensern offensichtlich keiner Schuld bewußt ist.

Israels Politik (Venus) wird sicher durch den Stolz auf die neugegründete Heimat (Venus im Krebs mit Halbsextil zu Mond im Löwen) bestimmt. Sie geht aber ganz offensichtlich auf Kosten der Heimat der Palästinenser, auf die keine Rücksicht genommen wird, wobei es den Israeliten sicher nicht bewußt ist, wieviel panische Angst bei ihnen selbst im Hintergrund lauert. Die trigonale Verbindung zwischen Neptun und Merkur sowie die Stellung von Jupiter in Haus 3 wirkt sich in diesem Zusammenhang so aus, daß ständig illusionäre bzw. verlogene (Neptun) Botschaften (Merkur) propagiert (Jupiter) werden. ("Israel will in Frieden leben, es sind die Terroristen, die uns nicht in Ruhe lassen.")

Es ist vor allem die Schuld der USA, die Israel als Brückenkopf im Nahen Osten benutzen, aber auch die Schuld der Europäer (und ganz besonders der Deutschen mit ihrem schlechten Gewissen gegenüber den Juden), daß sich Israel mit seiner aggressiven Politik in der Vergangenheit sicher fühlen konnte. Ein dauerhafter Friede läßt sich allerdings so nicht gewinnen. Wer es mit Israel gut meint, sollte deshalb unablässig mahnen, daß das Unrecht am palästinensischen Volk zurückgenommen wird. Nur mit militärischer Stärke, aber ohne Gerechtigkeit, kann der Staat Israel nicht überleben.

Zu fordern wäre deshalb mindestens die Auflösung der Siedlungen im Westjordanland und der Rückzug Israels auf die Grüne Grenze von 1967. Gemessen an dem ursprünglich Israel von der UNO zugewiesenen Anteil von 56% des biblischen Palästinas hätte sich sein Anteil damit sogar auf 78% vergrößert. Natürlich müßte auch die Mauer auf palästinensischem Gebiet abgerissen werden und Israel müßte Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines Palästinenser-Staates anerkennen. Für die vertriebenen Flüchtlinge schließlich, die Israel aus demographischen Gründen nicht in ihre Heimat zurückkehren läßt, sollte eine großzügige finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt werden.

Alle diese Forderungen, die eigentlich in der internationalen Diplomatie auch nicht umstritten sind, hätte der Staat Israel zunächst zu erfüllen als Vorbedingung für einen dauerhaften Frieden. Er würde damit lediglich das Jahrzehnte andauernde Unrecht am palästinensischen Volk beseitigen, dem man schließlich keine Schuld am Holocaust vorwerfen kann. Wahrscheinlich würde damit nicht sofort der Terrorismus verschwinden, aber langfristig bestünde die Chance, daß er ausgetrocknet wird. Mit der Hamas könnte sich Israel jedenfalls auf dieser Basis einigen, wie das kürzlich veröffentlichte Manifest der Gefangenen, das genau diese Forderungen enthält, beweist. Und wenn Israel die Golan-Höhen zurückgeben würde, wäre (mit einer gerechten Politik gegenüber den Palästinensern im Hintergrund) wahrscheinlich auch ein Frieden mit Syrien möglich.

Es gehört zur Tragik des Nahen Ostens, daß es für diese naheliegende und eigentlich selbstverständliche Politik keine wirkliche Chance gibt. Schuld daran sind nicht einmal die Islamisten, sondern Israel selbst, das sich bis heute hartnäckig weigert, seine endgültigen Grenzen zu definieren. Es ist für jeden realistisch Denkenden einfach unvorstellbar, daß irgendeine israelische Regierung nach 40 Jahren Siedlungspolitik die Kraft hätte, die 250.000 Siedler auf der Westbank und die 200.000 Siedler in Ost-Jerusalem ins jüdische Kernland zurückzuholen. Die Schwierigkeiten, die es gab, als Israel die Besetzung des Gaza-Streifens aufgab (und damit die Siedlungen von nur 8.000 Siedlern auflöste), sprechen eine deutliche Sprache. Die Regierung müßte mit einem Bürgerkrieg zwischen der Armee und den bewaffneten Siedlern rechnen, der das Land zerreißen würde. So bewahrheitet sich das Wort "Es ist der Fluch der bösen Tat, daß sie fortwährend Böses muß gebären" (Schiller). Israel kann aus innenpolitischen Gründen gar nicht an eine Korrektur seiner aggressiven Politik denken und muß die Flucht immer wieder nach vorn antreten. Jüngste Beispiele dafür waren die Kriege im Libanon und in Gaza.

Nachwort 2009

Um dem üblichen Vorwurf des "Antisemitismus" zu begegnen, möchte ich hier ausdrücklich betonen, daß ich den größten Respekt vor den wissenschaftlichen und kulturellen Leistungen jüdischer Männer und Frauen habe. Es gibt wohl keine Disziplin, in der nicht Vertreter dieses Volkes Spitzenleistungen hervorgebracht haben. Auch bin ich mir als katholischer Christ sehr bewußt, daß die Wurzeln meiner Religion im Judentum liegen. Jesus war schließlich ein Jude. Deshalb achte ich in besonderer Weise die Tradition und Geschichte dieses Volkes. Mein Protest richtet sich allein gegen die zionistische Politik des Staates Israel, der glaubt, sich als "Staat der Holocaust-Überlebenden" über internationales Recht hinwegsetzen zu können. Es wird höchste Zeit, daß Israel von der Staatengemeinschaft als ein ganz normaler Staat behandelt wird. Seine aggressive und im Grunde rassistische Politik gegenüber den Palästinensern muß genauso verurteilt werden wie der Terror der Islamisten.

Nachwort 2016

Die Verhältnisse auf der Westbank haben sich in der Zwischenzeit nicht gebessert. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Ungerechtigkeit, mit der Israel als Besatzungsmacht die Palästinenser behandelt, ist die Wasserversorgung. Hier der aktuelle Artikel, in dem der deutsche Hydrogeologe Clemens Messerschmid von seiner 20-jährigen Arbeit der Erkundung, Erschließung und Nutzung der örtlichen Grundwasserressourcen in Palästina im Rahmen von internationalen Projekten berichtet:

Wasserversorgung auf der Westbank

Um die israelische Tagespolitik kritisch zu verfolgen, empfehle ich die Texte von Uri Avnery.

 

 Rolf Freitag, Schule für Psychologische Astrologie in Heiligenhaus

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